Leserbrief zum Thema Fachhandel

Vor einigen Jahren habe ich für meine Berliner Wohnung ein Regal bei einem Baumarkt gekauft.
Dies musste ich anschließend selbst zusammenbauen, was mir als gelerntem Schreiner nicht allzu schwergefallen ist.
Das notwendige Werkzeug dazu konnte ich meinem Werkzeugkoffer entnehmen. Diesen führe ich immer in meinem Kofferraum mit.
Eingefallen ist mir bei dieser Aktion das Lied von Mike Krüger, indem vom Nippel durch die Schlaufen ziehen und anderen Schwierigkeiten, die Kunden bei Baumarktprodukten erdulden müssen.
Seit diesem Erlebnis kaufe ich nur noch in Fachgeschäften ein.
In einem Zeitungsartikel habe ich von einem Gerät gelesen, mit dem man Schmerzen in den Beinen bekämpfen kann.
Das im Artikel angegebene Fachhandelsgeschäft habe ich aufgesucht und mir das Gerät gekauft.
Auf einem Probegerät habe ich eine Einweisung bekommen.
Anschließend hat man mir ein Paket ausgehändigt und ich habe gefragt, ob auch eine Batterie drin ist, was dann bejaht wurde.
Vergessen habe ich zu fragen, ob das Gerät wirklich betriebsbereit ist.
Zuhause habe ich dann festgestellt, dass es eben nicht betriebsbereit ist und man es selber aktivieren muss.
Dazu war ein Handbuch von ca. 140 Seiten beigefügt, alles in englischer Sprache, was man heute wohl bei gebildeten Menschen voraussetzt.
Wo das Gerät produziert wird, konnte ich nicht feststellen, vermutlich wohl nachlesbar in den kleingedruckten Texten.
In meiner ersten Wut wollte ich das Gerät zum Fachgeschäft zurückbringen und dort in Betrieb nehmen lassen.
Nach einer Nacht schlafen habe ich dann meinen Sohn beauftragt, das Gerät zu aktivieren, der dies mithilfe seiner Frau auch bewältigt hat.
Das Ganze hat wohl etwa 1 Std. Zeit gekostet und die anschließende Einweisung für mich ca. 5 Minuten.
Bezahlt habe ich für das Gerät ca. 380 €. Bei Amazon hätte es wohl ca. 400 € gekostet.
Meine Empfehlung an die Fachgeschäfte: bei solchen Produkten immer auch eine Einweisung mit anbieten. In meinem Fall hätte ich gern 20 € zusätzlich bezahlt.
Schließlich ist Einkaufen in der Innenstadt, verbunden mit einem Spaziergang, immer auch ein nettes Erlebnis, vor allem wenn man dabei alte Bekannte trifft.